Aus der Geschichte der «Neuen Helvetischen Gesellschaft Winterthur»

HELVETISCHE GESELLSCHAFT

Im Geiste der Aufklärung trafen sich 1761 gebildete Eidgenossen beider Konfessionen aus mehreren Alten Orten in Bad Schinznach, um ein patriotisches Programm zur Förderung der Verjüngung des Vaterlandes zu diskutieren. Reform statt Revolution war ihr Anliegen. Das führte zur Gründung der Helvetischen Gesellschaft, die ein Sammelbecken aller patriotischen, pädagogischen und ökonomischen Reformbestrebungen wurde.

Die französische Besatzung der Schweiz 1798 unterbrach die alljährlichen Versammlungen, aber 1807 wurden die Diskussionen in örtlichen Gesellschaften weitergeführt. Nach 1830 setzte die Helvetische Gesellschaft auf die radikalliberale Regeneration, die 1848 zur Gründung des Bundesstaates führte. Angesichts des erreichten Zieles, löste sich die Helvetische Gesellschaft 1858 auf, um 1914 in einer abermaligen Problemlage des Vaterlandes neu konstituiert zu werden.

Aus: Roberto Bernhard, Jubiläumsschrift der NHG/TS,
250 Jahre Helvetische Gesellschaft a. d. 2011/12
Beitrag als PDF zum Download

NEUE HELVETISCHE GESELLSCHAFT  (NHG)

Am 1. Februar 1914 wurde in Bern die Neue Helvetische Gesellschaft in bewusster Anknüpfung an die alte Vorläuferin des 18. Jahrhunderts gegründet. In der Folge entstanden zahlreiche Gruppen in der Schweiz sowie vielerorts im Ausland. Ziele waren und sind bis heute die Förderung der Beziehungen zwischen den Landesteilen, die Stärkung des Kontaktes zwischen den Schweizern zuhause und im Ausland sowie der Erhalt des nationalen Kulturerbes.

Carls Spitteler, gemahlt von Ferdinand Hodler, Kunstmuseum Luzern

Am 14. Dezember 1914, nach Ausbruch des ersten Weltkrieges, hielt der Schweizer Dichter Carl Spitteler (1845 – 1924) auf Einladung der jungen Neuen Helvetischen Gesellschaft in Zürich seine bis heute unvergessene Mahnrede zu Neutralität und Bescheidenheit der heftig zerstrittenen Welschen und Deutschschweizer Eidgenossen «Unser Schweizer Standpunkt»

Rede von Carl Spitteler als PDF zum Download

DIE ORTSGRUPPE WINTERTHUR  NHGW

In Winterthur wurde von einflussreichen Bürgern bereits am 3. September 1915 eine Ortsgruppe gegründet, die bis heute aktiv ist. Dies allerdings in reduziertem Rahmen mit 5 Vorträgen oder Diskussionsabenden zu einem thematischen Jahresprogramm.

Anlässlich der 100-Jahrfeier verfasste Dr. Roberto Bernhard – Winterthurer Ehrenmitglied der Neuen Helvetischen Gesellschaft und Autor zahlreicher Aufsätze zu Demokratie und Rechtsstaat – einen ausführlichen Rückblick auf die vielen Aktivitäten in den vergangenen Dekaden. Der Text ist im Winterthurer Jahrbuch 2015 abgedruckt worden und schildert die grosse Vielfalt früherer Engagements der NHG von der Schaffung der Auslandschweizer Organisation 1916 ( heute Swiss Community ) über den Anstoss zur Gründung der Pro Helvetia 1939 bis zur Schaffung des Demokratiepreises ( Albert-Oeri-Preis ) für besondere Verdienste zum Funktionieren unserer rechtsstaatlichen Demokratie 2012.
Beitrag als PDF zum Download

An der Jubiläumshauptversammlung der NHG Winterthur vom 29. August 2015 hielt alt Staatssekretär Prof. Dr. Michael Ambühl eine vielbeachtete Festrede vor zahlreichem Publikum im alten Stadthaus an der Marktgasse unter dem Titel «Zu unseren Beziehungen zur EU ».

Rede als PDF zum Download